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Aus der Verschmelzung der Religion der Ureinwohner des nordwestindischen Indus-Tales mit dem Polytheismus arischer Einwanderer entstand vor über 3000 Jahren der Hinduismus.

Der Hinduismus kam bereits wenige Jahrhunderte nach der Zeitenwende nach Indonesien, und wurde die bestimmende Religion bis zur Islamisierung des Landes im 16. Jhdt. Nur noch auf Bali und auf West-Lombok hat sich die alte Religion aufrechterhalten können.

Es gibt fünf verschiedene Arten der Gebetshandlungen, eine davon ist Gott selbst gewidmet, die vier anderen seinen Geschöpfen:

  1. Dewa Yadnya: für Ida Sanghyang Widi Wasa und seine Manifestationen (früher: für die Götter)
  2. Pitra Yadnya: für die Ahnen
  3. Manusa Yadnya: für die Mitmenschen
  4. Buta Yadnya: für Dämonen und Geister
  5. Rsi Yadnya: für die Weisen, die bereits im Zustand der Seligkeit sind

Der "Zustand der Seligkeit" wird hier als Übersetzung für Moksa gebraucht. Der Balinese glaubt grundsätzlich an die Wiedergeburt (Punarbhawa oder Samsara), aber auch an die Möglichkeit, diesen Kreislauf zu verlassen. Durch gottgefälliges Leben, vor allem aber durch Meditation, kann der Mensch vielleicht, nach vielen Reinkarnationen, in den Zustand der Weisheit und schließlich der Seligkeit (Moksa) gelangen, das bedeutet, er wird eins mit Gott. Und nie mehr wiedergeboren.

Eine wichtige Rolle spielt der Kalender für die Balinesen, er gibt genauestens an, welcher Tag für welche Tätigkeit "gut" ist, was dazu führt, dass beispielsweise an jenem Tag, den der Kalender als "gut" für den Besuch von Freunden bezeichnet, auch wirklich jedermann unterwegs ist und Freunde besucht.

Für die religiösen Zeremonien wird der 210-tägige Pawukon-Kalender verwendet, daneben besteht der Saka-Kalender, den Mond-Monaten folgend, wie der islamische Kalender, doch durch eingeschobene Monate regelmäßig dem Gregorianischen Kalender angepasst.