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Die Indonesier bezeichnen ihr eigenes Land als tanah air, was soviel wie "Erde (und) Wasser" bedeutet, ein Hinweis auf die unzähligen Inseln, aus denen dieser Staat besteht. Waren es in den Neunzigerjahren noch 13.677 Inseln, so zählt man mittlerweile 17.508, eine unvorstellbare Menge. Gleichbleibende Tatsache bleibt jedoch, dass es zirka 6.000 bewohnte indonesische Inseln gibt.

Das Staatsgebiet erstreckt sich in west-östlicher Richtung über mehr als 5.000 Kilometer, beginnend im Westen mit den Großen Sundainseln, weiter mit den Kleinen Sundainseln, über die Timor-Gruppe bis nach Irian Jaya (West-Neuguinea). Nördlich davon befinden sich Kalimantan, die drittgrößte Insel der Welt, Sulawesi und die Gruppe der Molukken.

Die Großen Sundainseln sind Sumatra und Java, an die sich girlandenförmig die Kleinen anschließen, bestehend aus Bali, Lombok, Sumba, Sumbawa, Komodo und Flores, gefolgt von der Timor-Gruppe.

Entstanden sind die indonesischen Inseln aus der australischen Kontinentalplatte, die sich gegen die Platte Asiens verschob. Zunächst hob sich dadurch die riesige Insel Kalimantan aus dem Meer. In weiterer Folge kam es am Plattenrand zu intensivem Vulkanismus, dem die Sundainseln ihre Entstehung verdanken.

Noch heute gehört diese Region geologisch zu den instabilsten der Erde, Erdbeben und Vulkanausbrüche gehören zur Tagesordnung. Die bisher größte Katastrophe ereignete sich am 27. August 1883. Die zwischen Sumatra und Java gelegene Insel Krakatau wurde durch einen Vulkanausbruch gesprengt, zwei Drittel der Insel versanken im Meer. Eine bis zu 36 Meter hohe Flutwelle verwüstete große Teile von Sumatra und Java, etwa 50.000 Menschen starben. Eine etwa 30 Kilometer hohe Rauch- und Staubsäule stieg empor.

Auch die beliebte Ferieninsel Bali blieb nicht verschont. Am 17. März 1963 brach der Vulkan Gunung Agung aus, und das justament während einer großen Tempelzeremonie namens Eka Dasa Rudra, die nur einmal alle hundert Jahre stattfindet. Es gab 1.900 Todesopfer, 2.500 Menschen wurden verletzt.

Durch ein Erdbeben am Meeresgrund, auch Seebeben genannt, das einen verheerenden Tsunami auslöste, kamen 2004 mindestens 230.000 Menschen, auch in Nachbarländern, ums Leben. Das Epizentrum befand sich vor der Nordwestküste von Sumatra, doch die Druckwelle war so stark, dass sie noch an der afrikanischen Ostküste Überschwemmungen auslöste.

Es gibt jedoch auch eine "positive" Seite der Vulkanausbrüche. Der dabei entstehende Aschenregen düngt die Erde und verursacht außergewöhnliche Fruchtbarkeit, mit bis zu drei Ernten pro Jahr.

Bei so vielen Inseln stellt sich natürlich auch die Frage nach den Verkehrsverbindungen. Und es existieren tatsächlich relativ gute Schiffs- bzw. Flugverbindungen von Insel zu Insel. Die Geräte sind zwar nicht immer die modernsten, und die Wartung ist nicht immer die penibelste, aber prinzipiell kommt man (fast) überall hin. Vor allzu exotischen Reiseplanungen sei der unerfahrene Indonesien-Besucher jedoch gewarnt.

Überraschend gut ist Indonesiens Straßennetz ausgebaut. Hier ist in den Neunzigerjahren mit finanzieller Hilfe der Weltbank sehr viel geschehen.

An öffentlichen Verkehrsmitteln stehen Eisenbahnen (z.B. auf Sumatra und Java) zur Verfügung, ferner Busse, Kleinbusse (bemo), Motorradtaxis (ojek) und Pferdekutschen.

Straßen- oder gar U-Bahnen sucht man vergeblich. Auch Fahrpläne.

Traditionell beginnt nämlich ein öffentliches Verkehrmittel erst dann seine Fahrt, wenn es voll ist (Ausnahmen: Eisenbahnen und Überlandbusse, die nach Fahrplan losfahren). Besonders Chauffeure von Kleinbussen "suchen" regelrecht nach Passagieren und versuchen sogar manchmal, Unentschlossene zu einer Fahrt zu "überreden".

Für einen Fremden ist es übrigens ratsam, sich vor Antritt einer Fahrt über den Fahrpreis zu erkundigen. Oft werden Touristen auch dazu gedrängt, einen öffentlichen Kleinbus gleich ganz zu "chartern". Bei großem Gepäck kommt da allerdings ein Taxi meist billiger. Grundsätzlich jedoch können Touristen öffentliche Verkehrsmittel benützen, auch ohne ums Ohr gehauen zu werden.