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Indonesien ist mit seinen (geschätzten) 245 Millionen Einwohnern derzeit der viertgrößte Staat der Welt, nach China, Indien und USA. Die Bevölkerung besteht aus etwa 300 verschiedenen ethnischen Gruppen mit zirka 250 Sprachen.

Kulturell können die Indonesier in Ur-, Alt- und Jungmalaien eingeteilt werden, auf den östlichsten Inseln mit melanesisch-papuanischen Elementen vermischt.

Die ältesten, von Hominiden stammenden Knochenfunde bei Mojokerto (Java) sind immerhin 1,9 Millionen Jahre alt. Dagegen ist der berühmte Java-Mensch (Pithecanthropus erectus) aus Trinil (ebenfalls Java) mit seinen 710.000 Jahren geradezu ein Jüngling. Nachkommen dieser Urmalaien leben noch heute, sehr zurückgezogen und noch immer als Jäger und Sammler, wie beispielsweise die Punan auf Kalimantan.

Im Gegensatz dazu leben die aus dem südchineschen Raum eingewanderten Altmalaien bereits vom Hackbau. Sie bauen Reis, Knollenfrüchte und andere Kulturpflanzen an und pflegen die Viehzucht. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem die Gajo und Batak (Sumatra), die Bewohner der Inseln vor der Westküste Sumatras, wie etwa die Mentawai, die Dayak (Kalimantan), die Toraja (Sulawesi) und die Mehrzahl der Bewohner der Kleinen Sundainseln östlich von Bali.

Die Hauptgruppen der später ebenfalls aus Südchina zugewanderten Jungmalaien sind, von West nach Ost gesehen, die Sundanesen, die Javaner und die Maduresen (auf West-, Mittel- und Ostjava, bzw. Madura), sowie die Balinesen. Kleinere Gruppen sind die Bugis, als tüchtige Seefahrer in vielen Küstenregionen angesiedelt, und die Makassaren im Südwesten von Sulawesi. Eng verwandt mit den Jungmalaien sind die Bewohner von Aceh und Lampung, sowie die Minangkabau, alle auf Sumatra, ebenso die Jakarta-Malaien und die Banjaresen auf Kalimantan.

Minderheiten bilden neben den Chinesen auch Araber, Inder und Eurasier.

Die bevölkerungsdichteste aller Inseln ist Java mit bis zu 1000 Einwohnern pro Quadratkilometer (Österreich: 93). Hier besteht objektiv das Problem von Überbevölkerung.

Anfang der Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts startete die Regierung ein großangelegtes Übersiedlungsprogramm (transmigrasi), um hauptsächlich Bauern von den dichtest besiedelten zentralen Inseln Java, Madura, Bali und Lombok auf solche umzusiedeln, die eine geringere Dichte aufweisen, also Sumatra, Kalimantan, Sulawesi und Irian Jaya.

So wohlmeinend dieses Programm auch sein mag, so problematisch sind seine Auswirkungen. Die Transmigranten sind bei den Einheimischen nicht gerade beliebt, und so kommt es immer wieder zu grausamen Massakern, zu sogenannten ethnischen Säuberungen, denen bereits Tausende, wenn nicht Zehntausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Einheimischen wollen sich damit verteidigen gegen die Überlagerung ihrer eigenen Traditionen durch die der zahlreichen Zuwanderer. Auch fürchten sie den Verlust des ökologischen Gleichgewichts ihrer Region, vor allem durch die von vielen Transmigranten praktizierte Brandrodung.

Etwas jünger als transmigrasi ist ein Programm zur Geburtenkontrolle, das zum Ziel hatte, die Bevölkerungszahl zwar nicht zu verringern, jedoch mit empfohlenen zwei Kindern pro Ehepaar zumindest zu stabilisieren. In bestimmten, überblickbaren Regionen konnte diese Familienplanung (keluarga berencana) zwar recht erfolgreich durchgeführt werden, der insgesamte Bevölkerungszuwachs zeigt jedoch dramatisch, wie wenig diese Maßnahmen wirklich gegriffen haben.

Hier einige Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung Indonesiens: Im Jahre 1905 wurde die Bevölkerung noch auf 31,7 Millionen geschätzt, 1948 bereits auf 76,3 (Quelle: Brockhaus), und die aktuellste Schätzung liegt 2006 bei den schon genannten 245 Millionen.